Tag 2 ist fast vorbei – ein Reim, aber sicher kein Gedicht!

Gefühlt habe ich an diesem Tag acht Stunden in Video-Konferenzen verbracht, die eigentlich keine sind, weil wir das Video-Signal inzwischen alle abschalten, um die Server und Internetverbindungen zu schonen. Der Rücken tut weh. Die Stühle im „Home-Office“ sind dann halt doch nicht so komfortabel, wie die im Büro. Und inzwischen bin ich auch ganz froh, dass ich IT-Technisch ganz gut ausgerüstet bin. Die Lieferzeiten für Laptops, Web-Cams und Head-Sets steigen. Die Preise vermutlich auch.

Die Kids beschäftigen sich den Vormittag über damit, auf ihre Internet-Lernplattformen zuzugreifen, kommen aber nicht drauf, weil auch hier die Server komplett überfahren sind. Nachmittags sind sie dann an der PlayStation. Da laufen die Rechenzentren anscheinend problemlos. Wie auch bei YouTube.

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen jonglieren gerade tagtäglich zwischen Kinderbetreuung und Job, zwischen Kochen und E-Mail schreiben, zwischen Mathe-Aufgaben und Web-Konferenz. Die Arbeitsleistung leidet da natürlich, obwohl gerade jetzt in vielen Unternehmen mehr als 100% gefordert werden. Jeder der noch kann, stemmt sich doch gerade mit allem was er hat gegen die Krise, die unweigerlich auf uns zukommt. Du hast keine Chance – also nutze sie. Immerhin wächst die Kreativität an manchen Stellen. Restaurants und Einzelhändler schliessen sich zusammen und werden zu Lieferdiensten. Musik-Lehrer unterrichten übers Internet und überhaupt boomt das Online-Geschäft in diesen Zeiten. Bei Amazon läuft’s mit Prime: next day delivery und abends gemeinsam einen schönen Film streamen. Ein besseres Geschäftsmodell – mal ausgenommen das Erfinden eines Schnelltests, oder wirksamen Impfstoffes gegen Covid-19 – kannst du in solchen Zeiten fast nicht haben.

Quelle: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Eigentlich verfolge ich inzwischen ja fast nur noch Berichte über Tipps zum Umgang mit Corona, Schliessungen von Unternehmen, Absagen von Veranstaltungen, der Anzahl der Infizierten und Toten, das Gejammere der Fussball-Clubs und über Jugendliche, die sich zu Corona-Parties treffen. Strange!

Eine persönliche Nachricht noch zum letzten Punkt an die ganzen F4F-Hater und -Basher, die jetzt meinen, sie müssten „zurückschlagen“ und den Jugendlichen endlich auch mal an’s „Bein pissen“, die ihnen in ihren Freitags-Demos den Spiegel vor die Nase halten: es gibt genügend vernünftige Jugendliche, die brav zu Hause bleiben. Und die „depperten“ Erwachsenen, die sich bis gestern noch fröhlich am Weinbrunnen oder im Biergarten getroffen haben, gibt’s genau so. Also mal schön den Ball flach halten. Dummheit ist keine Frage des Alters – Intelligenz übrigens genau so wenig. Weisheit und Erfahrung dagegen schon. Und die Weisheit und Erfahrung von uns „alten Säcken“ sollte uns zu Besonnenheit führen. Auch und vor allem im Umgang mit vorschnellen Urteilen gegenüber der nachfolgenden Generation. Unsere Eltern haben uns für nicht minder bekloppt gehalten, als wir in diesem Alter waren – wenn auch aus anderen Gründen (remember Tschernobyl, April 1986). Ich könnte da einige Geschichten erzählen…

Natürlich ist es Sch…, wenn die Kids in dieser Zeit Parties veranstalten. Der Weltuntergang ist es aber auch nicht. Despoten wie Trump, Erdogan oder Putin und die deutsche Waffen-Industrie richten da seit Jahren wesentlich mehr Schaden an. Da regt sich kaum noch einer auf!

Zu den Fussball-Clubs sag ich dann im nächsten Artikel noch was 🙂

In diesem Sinne: stay healthy, keep cool and stay tuned – die nächste Folge kommt bestimmt!

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