Das war er also – der erste Tag in der Firma seit einer Woche. Schon komisch. An normalen Tagen freut sich alles auf den nächsten Urlaub. An Tagen wie diesen, sind die Kolleginnen und Kollegen teilweise schon froh, wenn sie mal wieder ins Büro dürfen. Hauptsache zu Hause raus.

Tatsächlich sollten wir uns im Laufe der zweiten Woche im Home-Office so langsam Gedanken darüber machen, wie wir mit der psychischen Situation umgehen, wenn das noch länger so anhält. Und mal ehrlich: derzeit ist ja kein Ende abzusehen. Aktuell hechelt ja alles auf die Osterferien hin. Vermutlich haben wir uns das Ende dieser Osterferien noch selten so herbei gesehnt wie momentan, obwohl sie noch nicht einmal angefangen haben! Aber wenn wir ehrlich sind, wissen wir doch, dass auch nach den Osterferien – wenn überhaupt – nicht plötzlich „heile Welt“ sein wird.

Aber egal wann es dann endlich so weit sein wird, stellen sich viele aktuell auch die Frage, wie diese „heile Welt“ denn dann aussehen wird. Die Zukunftsforscher stellen schon wilde Szenarien und Prognosen in den Raum von einer besseren, oder schlechteren, oder wie auch immer gearteten „anderen“ Welt. Wird die Welt nach Corona tatsächlich so viel anders sein, als davor? Ich denke: Nein!

Natürlich wird sich einiges verändert haben. Insbesondere für die Menschen, die vielleicht einen anderen Menschen verloren haben durch das Virus. Oder für diejenigen, die ihren Job, ihre Firma, ihre Existenz verloren haben. Womöglich auch für einige, die durch die Krise viel Geld verloren haben. Das dürfte es dann aber auch so ziemlich gewesen sein. Und – ohne das abwerten zu wollen – glaubt jemand das DAS reicht, um einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft herbeizuführen? Glauben wir, dass plötzlich viel weniger Menschen bei Amazon einkaufen und dafür den lokalen Handel stärken? Glauben wir, dass nach der Krise viel mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Home-Office arbeiten? Glauben wir, dass die Schulen sich plötzlich radikal digitalisieren?

Glaub(t)en wir, dass nach der Katastrophe in Tschernobyl, oder der in Fukushima keine Atomkraftwerke mehr auf diesem Planeten gebaut werden? Glaub(t)en wir, dass nach der Immobilien- und Finanzkrise 2009 die Immobilienpreise nicht mehr in komplett utopische Bereiche entschwinden werden und glaub(t)en wir, dass danach keine neuen Darlehen und Kredite zu Schleuderzinsen mehr dafür genehmigt werden?

Ihr merkt schon worauf ich hinaus will… Die – nein, meine – Erfahrung der Vergangenheit sagt mir etwas anderes. Natürlich werden sich einige Dinge verändern. Es wird zwangsläufig eine Bereinigung in einzelnen Wirtschaftsbereichen geben, die einfach zu wenig Substanz haben, um in solchen Zeiten länger zu überleben. Viele werden es aber nicht sein. Der Staat pumpt ja schon wieder Milliarden rein, damit möglichst viel – sei es auch noch so marode – gerettet wird. Wähler zahlen, äh, zählen eben 😉

Folgende Karikatur aus der Badischen Zeitung von heute passt da wie die Faust aufs Auge.

  | Foto: Klaus Stuttmann
– Die Seuchenbekämpfer Scholz & Altmaier –
Quelle: Badische-Zeitung.de – Klaus Stuttmann

Wir lösen jedes Problem mit Geld. Copyright – ich weiss. Die BZ mag mir verzeihen, dass ich ihr Werk für meine niederen textuellen Ergüsse missbrauche. Es passt einfach zu gut. Danke!

Aber was wird sich sonst noch ändern, ausser, dass noch mehr Geld im Umlauf ist und wir immer noch weniger wissen, wohin damit? Wird sich die Energiewende beschleunigen? Werden die Absatzzahlen für Elektro-Autos rapide steigen? Werden Hunger und Kriege in Afrika beendet? Der Konflikt in der Ukraine, oder die Wirtschaftskrise in Mittel- und Südamerika? Eher nicht.

Es tut mir leid, wenn ich jetzt einige von euch desillusionieren muss, aber ich habe weder nach Tschernobyl, nach Fukushima, noch nach der Weltwirtschaftskrise bemerkt, dass sich etwas in eine komplett andere Richtung bewegt. Natürlich hat sich etwas bewegt. Aber das tut es immer. Und es folgt seit vielen Jahrzehnten einem bestimmten Schema: die Aktienkurse sind wieder nach oben, die Preise sind nach oben, die Löhne sind auch nach oben usw. Das System funktioniert. Gelegentlich hustet es mal, aber es funktioniert!

Für grundlegende Veränderungen braucht es hingegen viel größere Katastrophen. Schaut euch zum Beispiel mal die „Famine“ an. Die große Hungersnot in Irland in den Jahren 1845 bis 1849. Lebten 1841 noch 8,1 Millionen Menschen in Irland, waren es 1850 fast 2,5 Millionen weniger! Mindestens eine Million davon war am Hunger und dessen Folgen gestorben. Knapp 1,5 Millionen Menschen versuchten ihr Glück in Kanada, Australien, den USA und England. (Quelle: de.wikipedia.org). DAS sind einschneidende Katastrophen. Das hat was gemacht, mit dem Land – nachhaltig. Und davon sind wir momentan noch meilenweit entfernt – zum Glück!

Also, liebe Zukunftsforscher: haltet euch zurück. Macht den Menschen nicht zu viel Angst, aber auch nicht zu viel Hoffnung. Ich weiss, ihr müsst auch Geld verdienen. Aber dieser „Aufhänger“ ist vermutlich nicht der Beste. Euer Glück ist ja, dass in zwei Jahren sowieso niemand mehr weiss, was ihr heute so alles prognostiziert 😉 Für alle anderen ist nur wichtig zu wissen, dass diese „Forscher“ ihren Senf gerade jetzt auch nur hauptsächlich deshalb dazu geben, weil sie damit Geld verdienen und nicht, um uns alle in ein besseres Leben zu führen.

So gesehen ist meine Meinung hierzu nicht mehr oder weniger wissenschaftlich belegbar, nicht besser oder schlechter, nicht wahrer oder falscher. Aber auf jeden Fall billiger!

In diesem Sinne: bleibt gesund und macht euch nicht all zu viele Gedanken über die Zukunft. Und schaut gelegentlich immer mal wieder auf meine neue Online-Shopping Seite. Sie wird ständig ergänzt. Danke!

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