Quelle: amazon.de

Amazon schwächelt. Aufgrund der Corona-Krise sind bei Amazon die Lieferzeiten teilweise sprunghaft angestiegen. Während man bisher mit einer Lieferung am nächsten, spätestens am übernächsten Tag rechnen konnte, betragen die Lieferzeiten nun teilweise bis zu vier Wochen! Und das obwohl als Versandoption „prime“ angeboten wird. Ganz schön keck, oder? Amazon begründet das damit, dass man die Priorität auf „wichtige“ Bestellungen bzw. Artikel setzt. Wer entscheidet jetzt, was wichtig ist? Na klar: Amazon.

So steht bei amazon.de folgendes geschrieben: „Wir glauben, dass wir mit unserem Angebot für Kundinnen und Kunden sowie Partnerinnen und Partner in dieser Zeit eine wertvolle Rolle einnehmen. Im Zuge der wachsenden Ausbreitung von COVID-19 verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage im Online-Shopping. Um weiterhin unserer Kunden beliefern zu können und gleichzeitig die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, haben wir unsere Prozesse in den Bereichen Logistik, Versand, Lieferketten, Einkauf und Verkaufspartner angepasst. So können wir die Lagerung und Lieferung von Artikeln, die für unsere Kunden eine höhere Priorität haben, vorrangig behandeln. Dies hat dazu geführt, dass momentan einige unserer Lieferzusagen länger als üblich sind.“

Allokation nennt man das, wenn man nicht drum herum reden will, so wie Amazon das tut. In der Praxis sieht das bei konkreten Bestellungen dann so aus:

Quelle: amazon.de (26. März 2020)

Toll! Da kann ich dann auch gleich hinlaufen und das Zeug persönlich abholen. Für „Prime“-Kunden bedeutet das nämlich eine Lieferzeit von vier Wochen, statt einem Tag, wie von Amazon versprochen:

Quelle: amazon.de

Nochmal zusammengefasst. Leistungsversprechen: Lieferung mit „Prime“ am nächsten Tag. Realität: vier Wochen Lieferzeit. Mal schauen, wie lange die Prime-Kunden von Amazon da noch entspannt bleiben. Gerade in der jetzigen Situation, wo viele Geschäfte geschlossen wurden und der Online-Kauf oft die einzige Alternative ist, will man ja auf seine Ware nicht warten, bis Ostern vorbei ist.

Ich schaue mich jedenfalls aktuell nach Alternativen um. Und die gibt es! Meine Tochter braucht Pinsel und Farben, um zu malen. Ist doch schön, dass die Kids auch noch andere Ideen für ihre Freizeit haben, als nur in’s Smartphone zu glotzen. Amazon hat natürlich messerscharf erkannt, dass Pinsel und Farben nicht überlebensnotwendig sind und die Lieferzeit mal eben auf vier Wochen erhöht. Danke! Zum Glück gibt’s Boesner in Freiburg. Blöd nur, dass die zu haben. Aber: sie haben einen Online-Shop. Lieferung zwei Tage nach Bestellung auf die Minute genau durch DPD. Danke Boesner!

Fazit: es geht auch ohne Amazon. Mit Otto, Conrad, Computeruniverse, Boesner & Co. gibt es immer noch genügend Alternativen die man nutzen kann, wenn Amazon nicht will, oder kann. Der Bestellvorgang ist in den meisten Fällen kaum komplizierter, als bei Amazon. Die Preise – wenn überhaupt – kaum höher und die Lieferzeiten nicht viel länger. Teilweise inzwischen sogar deutlich kürzer. Siehe oben. Allerdings möchte ich dann bei Amazon auch nicht mehr bezahlen für einen Service, den ich nicht bekomme. „Prime“ ist nämlich nicht gratis, momentan dafür aber umsonst…

Ein anderes Problem müssen wir dann allerdings noch lösen. Die Entsorgung der Stapel von Kartons. Ob die Recycling-Höfe momentan noch geöffnet sind, weiß ich nicht. Falls nicht, muss ich mir da was einfallen lassen 😉

Vielleicht wisst ihr ja was und schreibt mir einen Tipp oder Hinweis in den Kommentar. Danke!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.