Wer wird der „Gewinner“ der Krise sein? Wer wird nach diesem ganzen Chaos oben stehen? Wird die Weltordnung nach Corona eine andere sein, als zuvor? Möglicherweise.

Täglich, stündlich, permanent wird diskutiert, ob die Massnahmen in Deutschland und anderen Ländern gerechtfertigt und angemessen sind, oder überzogen. Ob sie schlussendlich nicht doch mehr kaputt machen, als sie nutzen. Eine schwierige Diskussion. Eine Diskussion „Menschenleben gegen Wirtschaftskraft“. Lassen wir lieber die Läden offen und riskieren damit tausende von Toten, oder schränken wir das öffentliche Leben weiter massiv ein und lassen tausende von Unternehmern und Unternehmen über die Klinge springen?

Ist es das Überleben eines Menschen „wert“, dass mehrere Hotels den Laden dicht machen müssen und hunderte von Angestellten in die Arbeitslosigkeit entlassen? Schwere Fragen – schwere Antworten.

In Deutschland wird die Gesundheit und das Leben derzeit – laut unseren Politikern – über alles gestellt. Und ginge es nach unser aller Angela, würden die Massnahmen noch deutlich drastischer ausfallen, als sie das derzeit sowieso schon tun. Gesundheit und Leben stehen über allem. Das erscheint so gut wie jedem von uns auf anhieb erst einmal logisch und nachvollziehbar. Aber gilt das immer?

Ein Blick zurück in die Geschichte. 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Ziel war die Befreiung der durch die deutschen Nazis besetzten Länder Frankreich und Belgien. 1945 überschritten die Alliierten schließlich den Rhein und die deutsche Front brach zusammen. Der zweite Weltkrieg war entschieden. Hitler und seine Nazis waren Geschichte. Hunderttausende von Menschen waren tot. Im Krieg gefallen.

Was hat das mit Corona zu tun? Ganz einfach. Derzeit stellen wir, wie bereits erwähnt, das Leben über die Freiheit. Über die persönliche Freiheit, sowie auch die unternehmerische Freiheit. Das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 GG), das Recht auf freie Religionsausübung (Art. 4 GG), das Versammlungsrecht (Art. 8 GG) und so weiter, werden aktuell massiv eingeschränkt, weil die Politik, bzw. die Politiker, der Meinung sind, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit (ebenfalls Art. 2 GG) über diesen anderen Rechten steht. Kann man so sehen – muss man aber nicht. Im Grundgesetz findet man jedenfalls keine explizite „Reihenfolge“ oder Priorität der einzelnen Grundrechte.

Hätten die Alliierten 1944 das Recht auf körperliche Unversehrtheit über die anderen Rechte gestellt, würden wir heute mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Diskussionen führen, als uns über eine AfD aufzuregen, die zweistellige Stimm-Anteile in Wahlen erzielt. Die Alliierten wären damals sicher nicht in der Normandie gelandet und hätten sicher auch nicht – unter hohen Verlusten – den Rhein überschritten, um in Deutschland einzumarschieren und das deutsche Volk von der unheimlichen Herrschaft der Nazis zu befreien. Wären wir damals schon der Meinung gewesen, dass das Leben wichtiger ist, als die Freiheit, würden wir vielleicht heute noch in einer rechtsnationalistischen Diktatur leben. Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) gab es damals übrigens über eine halbe Million Tote – ebenfalls im Namen der Freiheit.

Manchmal steht die Freiheit dann halt doch über dem Menschenleben, oder?

Die Politiker in Deutschland sind derzeit meiner Meinung nach jedenfalls gut beraten, genau abzuwägen. Auch wenn es zunächst dramatisch erscheinen mag, Menschenleben zu „opfern“, im Namen der Freiheit. Auch wenn niemand solch eine Entscheidung treffen und verantworten möchte – Politiker schon gar nicht. Gelegentlich muss es vielleicht doch sein.

Und die Politik hält sowieso nur so lange stand, so lange sie eine Mehrheit für ihre Massnahmen hinter sich zu glauben denkt. Wenn nicht, wir die derzeit anscheinend so konsequente Haltung und Vorgehensweise der Verantwortlichen sehr schnell kippen.

So wie die TV-Gelder für die Fussball-Bundesliga überlebensnotwendig sind, sind es die Wählerstimmen für die Politiker. Das System siegt immer.

Vielleicht stehen die USA oder Schweden daher am Ende der Krise als die grossen Gewinner da, weil sie Freiheit und Wirtschaft in den Vordergrund gestellt haben und dafür den Verlust von Menschenleben in Kauf nehmen. Trump hat die Wahl jedenfalls noch nicht verloren. Und ob die Zustimmungswerte zu Merkel, Kretschmann und Co. so hoch bleiben, wie sie sind, werden wir auch sehen, wenn die Gängelei der Bevölkerung weiterhin anhält und noch tausende von Firmen und Unternehmern in die Insolvenz treibt, die dann ihre Mitarbeiter/innen entlassen.

Vielleicht sind schlussendlich gar nicht diejenigen die „Gewinner“ dieser Krise, die sich heute insgeheim schon dafür halten. Man wird sehen.

Bleibt gesund!

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