Warum nehmen wir uns eigentlich so ernst?

Das Universum existiert seit über 13 Mrd. Jahren. Die Erde seit ca. 4,6 Mrd. und die Menschheit vermutlich seit ungefähr 300.000. Und ich seit gigantischen 52! Und dennoch halten wir uns so oft für den Nabel der Welt – das Zentrum des Universums. Naja, jedenfalls viele von uns. Irgendwie lustig, oder?

Die Position der Erde im Universum (de.wikipedia.org)

Die Existenz eines jeden von uns auf dieser Erde bedeutet nicht einmal einen Wimpernschlag in der Geschichte des Universums. Jede Eintagsfliege auf diesem Planeten hat mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Einfluss auf das Geschehen auf der Erde, als irgendeiner von uns auf das im Universum. Krass, oder? Aber wahr.

Also, warum geben wir uns das hier eigentlich? Mal ehrlich: was macht es denn genau genommen für einen Sinn, morgens ins Auto zu steigen und zur Arbeit zu fahren, wenn man – global betrachtet – mit dem, was man da tut, in etwa den selben Einfluss auf das Geschehen im Universum hat, wie eine Eintagsfliege auf unser Leben, wenn wir sie an die Fensterscheibe klatschen?

Während sich also Generationen von Philosophen und Denkern das Hirn zermarterten, ob der Frage, was denn der Sinn des Lebens sei, stelle ich die steile These in den Raum: „Keiner!“ – jedenfalls aus Sicht des Universums. Nicht aus unserer eigenen natürlich (oder hoffentlich)!

Hat einer von euch einen Ameisenhaufen im Garten? Manchmal denke ich mir, die Erde ist doch nichts anderes als ein Ameisenhaufen im Garten des Universums. Und dann fahr ich mit dem Rasenmäher drüber… Nur um gelegentlich mal wieder die Relationen für mich zurecht zu rücken – und für die Ameisen.

Ameisenhaufen

Aber mal weg von derart vermutlich doch recht ernüchternden Aus- oder Ansichten. Wenn es schon – auf das Universum, oder die Erdgeschichte betrachtet – überhaupt keinen Einfluss hat, was wir tun, oder jedenfalls nicht mehr, als das, was eine Ameise in unserem Garten tut, warum nehmen wir uns dann oft so ernst? Warum halten wir uns so oft für den Nabel der Welt? Warum ist immer alles so wichtig? Meine Meinung: mal alles nicht ganz so ernst nehmen und vieles wäre deutlich einfacher und entspannter.

Also: „chillt mal eure base!“ 😉

2 Kommentare

  1. Schön geschrieben. Des Pudels Kern halt:
    Warum das Leben so ernst nehmen…? Kommt eh keiner Lebend raus. Und am Ende sind wir dem Universum eh egal.
    Da fallen mir doch ein paar nette Zeilen von Wilhelm Busch dazu ein:

    Wirklich, er war unentbehrlich!
    Überall, wo was geschah
    Zu dem Wohle der Gemeinde,
    Er war tätig, er war da.
    Schützenfest, Kasinobälle,
    Pferderennen, Preisgericht,
    Liedertafel, Spritzenprobe,
    Ohne ihn, da ging es nicht.
    Ohne ihn war nichts zu machen,
    Keine Stunde hatt‘ er frei.
    Gestern, als sie ihn begruben,
    War er richtig auch dabei.
    aus: Kritik des Herzens (1874) 😉

Schreibe einen Kommentar zu Thomas Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.