Warum Kooperationen für Unternehmen in Zukunft überlebenswichtig sein werden, habe ich bereits in meinem Beitrag „Collaborate or Collapse?“ ausführlich erläutert. Aber wie macht man es denn nun? Fallen einem Kooperationen vor die Füsse? Oder findet man die im Internet?

Natürlich kann man darauf warten, dass man den geeigneten Kooperationspartner durch Zufall entdeckt. Man kann sein Geld ja auch auf die Spielbank tragen, oder zum Lotto. Oder man entwickelt eine Strategie mit der es wahrscheinlich ist, dass das eingesetzte Kapital auch entsprechend verzinst wird. ROI – Return On Investment – nennt man das. Und das hat nichts mit Gambling zu tun, sondern mit einem glasklaren Business-Case, oder – wie in diesem Fall – einer glasklaren Strategie.

Was heißt das jetzt? Ganz einfach: wo sind wir, wo wollen wir hin und wie erreichen wir das? Das sind die zentralen Fragen die eine Strategie beantworten muss. Und das gilt selbstverständlich auch für eine Kooperations-Strategie!

Wo sind wir? In Bezug auf Kooperationen ist es sehr wichtig, ein realistisches Bild zu generieren, über die aktuelle Kompetenz-Situation im Unternehmen. Wir müssen uns also Fragen, welche Kernkompetenzen wir derzeit im Unternehmen haben. Was macht uns stark? Was macht uns besonders? Wodurch heben wir uns ab? Was differenziert uns vom Wettbewerber?

Wo wollen wir hin? Das ist der Teil der Strategie, in dem wir uns Gedanken machen müssen, welche Kompetenzen in Zukunft für uns relevant sind, oder sein könnten. Nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch in der Branche. Wie können wir uns auch in Zukunft vom Wettbewerb abheben? Gibt es zentrale Kompetenzen die wir in Zukunft beherrschen müssen, um überhaupt noch wettbewerbsfähig sein zu können? Gibt es Kompetenzen, die die Branche in Zukunft prägen werden, oder könnten und auf die wir eventuell nicht verzichten sollten, oder dürfen? Gerade in Zeiten der Digitalisierung, Vernetzung und Globalisierung müssen sich fast alle Unternehmen die Frage stellen, ob ihre heutigen Kernkompetenzen diejenigen sind, mit denen sie auch in Zukunft noch überleben und profitabel sein können!

Das Risiko die Zukunft des Unternehmens zu verspielen ist groß, in Zeiten einer neuen industriellen Revolution. Die Hersteller von Dampfmaschinen, Plattenspielern, Röhren-Fernsehern oder Disketten-Laufwerken lassen grüssen!

Hat sich aus der aktuellen und der künftigen Kompetenz-Lage ein größeres Gap ergeben, besteht Handlungsbedarf. Speziell deswegen ist die unverblümte, realistische und auf die Zukunft ausgerichtete Sicht auf die Unternehmens-Kompetenzen so zentral wie unverzichtbar. Wird hier die Realität weichgezeichnet und werden die Zeichen der Zukunft ignoriert, wird es unmöglich, einen klaren Blick auf die Handlungsfelder der nächsten Jahre zu erhalten! Ignoranz kommt vor dem Fall… Das Erkennen von Trends spielt hierbei – neben der realistischen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten – eine zentrale Rolle.

Wie bereits in meinem Beitrag „Collaborate or Collapse?“ dargestellt, haben Unternehmen heute nicht mehr die Zeit und kaum noch das Kapital, um die beispielsweise im Kontext der Digitalisierung notwendigen Kompetenzen Schritt für Schritt aufzubauen, sondern müssen diese über entsprechende Kooperationen abdecken. Aus dem zuvor identifizierten Gap und dem daraus resultierenden Handlungsbedarf muss nun also abgeleitet werden, welche Kooperationen bzw. welche Kooperationspartner notwendig sind, oder in Frage kommen. Hieraus lässt sich eine Art „Kooperations-Landkarte“ ableiten, anhand derer die möglichen Partner dann analysiert, bewertet und anschließend gezielt angegangen werden können. Ein zentraler Punkt in der Kooperationsstrategie. Sichert er doch zum einen die Qualität in der Partnersuche und zum anderen die Effizienz in der Vorgehensweise. Und dann geht es auf „Brautschau“.

Die Auswahl geeigneter Kooperationspartner bedarf allerdings nicht nur einer gut geplanten Kooperationsstrategie, sondern auch eines entsprechenden Prozesses. Auf diesen werde ich in einem meiner nächsten Artikel näher eingehen.

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